Kultur unterrichten in Gent (28.10.-01.11.2024)

13.11.2024

Bericht von Annette Müller

„How Belgian culture found its way into the classroom“ heißt die Erasmusfortbildung, die ich in den Herbstferien belege. Der Kurs ist überschaubar: Er besteht aus einer Deutschen, drei Ungar:innen, mir und unserem Kursleiter Aendrik, der ganz nebenbei auch noch Naturwissenschafts- und Geschichtslehrer ist. Sein Konzept ist überzeugend: Am Beispiel der belgischen Kultur lernen wir, wie man sie unterrichtet.

Der Mittelpunkt unserer Fortbildung liegt in Gent, eine wunderschöne Universitätsstadt mit historischem Stadtkern und ca. 250 000 Einwohner:innen. Aendriks Stadtführung zeigt uns die interessantesten historischen Ecken und gibt uns am Ende des Tages die Gelegenheit, das weltberühmte Altargemälde Jan von Eycks in der St.-Bavo-Kathedrale zu besichtigen – ein absolutes Muss für Geschichts- und Kunstbegeisterte.

Ähnlich läuft es den Rest der Woche: Wir lernen die belgische Kultur in Brügge, Antwerpen, Belgien und Löwen mithilfe passender Spiele und Apps kennen. Zudem gewährt uns Aendrik nicht nur Einblick in seine Unterrichtsmethoden, sondern auch in seine Unterrichtsräumlichkeiten. Er zeigt uns seinen Arbeitsplatz, das College Melle, das sich in den Räumlichkeiten eines ehemaligen Klosters befindet und tatsächlich noch von einem Mönch bewohnt wird, und informiert uns über das belgische Bildungssystem.

Das absolute Highlight der Woche ist schließlich Aendriks Einladung zu sich nach Hause. Dort zeigt er uns, wie man belgische Schokolade herstellt: „Learning by doing“, so sagt er. So treten wir schließlich nach einer Woche den Rückweg an – Gepäck und Bauch voll Schokolade, den Kopf voll neuer, spannender Unterrichtsideen.