Schon beginnt meine zweite und damit auch die letzte Woche hier in Cunit. Die Woche begann gleich sehr aufregend, da am Montag Mittag der Strom in ganz Spanien ausgefallen ist. Den Nachmittag habe ich entspannt am Stand verbracht, da weder Busse noch Züge fuhren. Bis mitten in die Nacht hatten wir keinen Strom. Am Dienstag war wieder alles normal und ich konnte auch wieder die Gegend erkunden.
Auch in dieser Woche habe ich viel über die Pädagogik der "el trenet" Kinderkrippe erfahren. Das Wichtigste in dieser Einrichtung ist das Freispiel. Die Kinder haben die meiste Zeit des Tages die freie Wahl bei den Spielmaterialien, Spielpartnern und Spielorten. Nur das Mittagessen und der Mittagsschlaf sind vorgegebene Bestandteile des Tages. Die Einrichtungsleitung hat mir viel über die pädagogischen Hintergründe erzählt. Zum Beispiel wollen sie als Einrichtung nicht nur einem pädagogischen Konzept folgen, sondern sich aus verschiedenen Konzepten den für sie passenden Bestandteil herausnehmen. Ich habe einige Bestandteile der Montessori, Pikler und Reggio Pädagogik wiedererkannt. Die Kinderkrippe versucht außerdem weitestgehend auf Plastik bei den Spielmaterialien zu verzichten. Einer der wichtigsten Bestandteile der pädagogischen Arbeit der Erzieher*innen in der Kinderkrippe ist die Raumvorbereitung. Jeden Morgen nehmen sich die Erzieher*innen aktiv Zeit um den jeweiligen Gruppenraum ansprechend vorzubereiten. Zum Beispiel wird der Tisch in der Puppenecke gedeckt oder die Tiere werden in einen selbstgebauten Wald aufgestellt. Dadurch sollen die Kinder schneller und intensiver in ein aktives und freies Spiel finden.
Ein sehr großer Bestandteil des Tages wird im Freien verbracht. Die Einrichtungsleitung hat mir Bilder gezeigt wie der Garten sich in den letzten Jahren verändert hat. Der Garten bietet viel Platz zum rennen, buddeln, rutschen und spielen. Auch ist der Garten mittlerweile schön und vielfältig bepflanzt. Ich habe die Kinder sehr glücklich, zufrieden und ausgeglichen erlebt.
Immer mittwochs kommt eine Frau von der Musikschule vorbei und musiziert und singt mit den Kinder. Die Kinder haben sich riesig darauf gefreut und voller Begeisterung mit gemacht.
Am Mittwoch hieß es schon Abschied nehmen. Der Donnerstag ist wie in Deutschland auch ein Feiertag gewesen und am Freitag hatte die Krippe einen Brückentag.
Ich wurde am Mittwoch im Garten von allen Erzieher*innen in einen Kreis gerufen und ein Kind übergab mir mein Abschiedsgeschenk. Ich habe meine Tasche mit dem "el trenet" Logo geschenkt bekommen. Alle Erzieher*innen verabschiedeten sich sehr herzlich von mir. Mit einen weinenden und lachenden Auge habe ich die Einrichtung verlassen. Ich habe die Zeit hier sehr genossen, aber trotzdem freue ich mich auf zu Hause.
Nachdem ich einen letzten Nachmittag am Stand verbracht hatte und lecker gegessen habe, bin ich am Mittwoch mit dem Zug nach Barcelona gefahren. Am Donnerstag bin ich nach Hause geflogen.
Es war eine sehr schöne und intensive Zeit gewesen. Ich konnte sehr viele neue Eindrücke gewinnen und ich bin sehr dankbar, dass ich mein Praktikum in Spanien absolvieren konnte.
Adeu Veronique!
